Langsam nimmt der Winter seinen Abschied. Die Sonne
scheint und die Schneetürme, die sich vor den Häusern
vom Schnee schaufeln gebildet haben, beginnen langsam
zu schmelzen.
Es ist Frühjahr! Lukas spielt im Kinderzimmer mit seiner
Holzeisenbahn und schaut dabei aus dem Fenster. Er sieht,
dass die Sonne scheint und der Schnee auf dem Rasen im
Garten taut. Er beschließt, bei dem schönen Wetter mit dem
Fahrrad zu fahren. Neben dem Haus im Geräteschuppen
steht sein buntes Kinderfahrrad. Er nimmt es heraus und
fährt freudestrahlend durch die gesamte Siedlung. Auch die
anderen Kinder kommen aus den Häusern und spielen mit.
Doch nach einer Weile möchte Lukas nicht mehr fahren,
bringt sein Fahrrad zurück in den Schuppen und sieht eine
kleine Papiertüte mit aufgedruckten, bunten Blumen auf
dem Tisch liegen. Er macht sie auf, schaut hinein und sieht,
dass es Blumensamen sind. Lukas nimmt eine kleine Schaufel,
die Tüte mit dem Samen und geht in den Garten zum Blumen-
beet. Mit der Schaufel buddelt er kleine Löcher in die Erde
und setzt ein Samenkorn hinein. Danach schaufelt er die
Erde wieder drüber. Als Lukas fleißig den Samen pflanzt,
setzt sich ein Spatz auf das Beet und pickt den eingesetzten
Samen wieder aus. Lukas sieht dieses und fragt den Spatz:
„Warum pickst du die Körner aus der Erde?“
„Weil ich Hunger habe!“, antwortet der kleine Spatz.
„Aber wenn du die Körner aus der Erde pickst, können die
Blumen doch nicht wachsen!“, entgegnet Lukas.
„Und wenn ich den Samen in der Erde lasse, tut mir der
Bauch vor Hunger weh!“, sagt der Spatz zu Lukas.
Lukas hat da eine Idee. Er sagt zum Spatz: „Ich werde
morgen beim Frühstück ein paar Körner aus dem Brötchen
nehmen, in die Hosentasche stecken und in das Blumenbeet
setzen. Dann kannst du die Brötchenkörner aus dem Boden
picken, so deinen Hunger stillen, und im Sommer können
die bunten Blumen blühen. Das ist ein phantastischer Einfall
von ihm, und beide sind glücklich und zufrieden.